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QR-Art: Lebendige Kunst

TOP MAGAZIN: Was ist QR-Art?
Frank Haase: In meiner QR-Art verbinde ich die analoge Welt mit dem Cyberspace. Mittels QR-Codes, daher der Name QR-Art. Künstlerisch gestaltete QR-Codes in Form von Bildern, Reliefs oder Skulpturen geben Zugang zu digitalen Inhalten im Internet, die das Thema des Kunstwerks weiter erzählen. In Form von Bildergeschichten, Videos, Animationen, Audio-Beiträgen.QR-Art-Werke sind daher analog und digital zugleich, statisch und dynamisch in einem, sowohl physisch als auch immateriell. Sie sind interdisziplinäre Gesamtkunstwerke an der Schnittstelle zwischen natürlicher und künstlicher Realität.


TOP MAGAZIN: Was ist so besonders an Ihrer QR-Art?
Frank Haase: Kunst vermittelt Ideen und erzählt Geschichten. Sie handelt von Fragen und zeigt Visionen auf. Allerdings war es bislang immer so, dass ein Kunstwerk nach seiner Fertigstellung abgeschlossen war. Ein Bild war gemalt, ein Film gedreht. QR-Art verändert das Sender-Empfänger-Modell grundlegend. Denn der digitale Bestandteil des Kunstwerkes im Internet bleibt weiterhin in der Einflusssphäre des Autors, des Künstlers. Er kann die über den QR-Code erreichbaren Inhalte im Netz weiterhin verändern, fortentwickeln, neu gestalten. Auch, wenn das physische Bild oder die Skulptur längst verkauft ist und sich an einem unbekannten Ort befindet. Für den Besitzer eines QR-Art-Werkes bleibt das Kunstwerk somit spannend. Es lohnt sich, von Zeit zu Zeit den Code neu zu scannen und zu erleben, was der Künstler an Botschaften aussendet.


TOP MAGAZIN: Warum „Electrons“?
Frank Haase: Ohne Elektronen kein Gewitter, kein Gedanke, keine Emotion, keine Nachricht. Elektronen sind das „Basismaterial“ für die Elektrizität. Ohne sie kann kein Nerv Reize weiterleiten, sich kein Muskel kontrahieren, kein Gedanke erzeugt werden und keine Emotion aufkommen. Ohne Elektronen gäbe es keinen Computer, kein Internet, keine Digitalisierung. In der Medienarbeit sind digitale Prozesse essentiell. Daher habe ich dieses Thema für ein Werk für die Brinkschulte Medien GmbH & Co. KG gewählt.


TOP MAGAZIN: Wie funktioniert das QR-Art-Relief „Electrons“?
Frank Haase: Physisch besteht das Relief aus einer Aluminiumtafel in tieforange, einer energiereichen, explosiven, dynamischen Farbe. Die Tafel ist 2,3 x 1,3 Meter groß. Auf dieser Grundfläche haben sich 443 schwarze Elektronen angesammelt. Die runden Kugeln können von Smartphones als QR-Code gelesen werden. Der Code enthält einen Link zu einer Internetseite.
Den digitalen Content bildet ein abstrakter Kurzfilm, in dem Elektronen durch Lichtpunkte dargestellt werden. Die Elektronen stehen zeitweise still, manchmal bewegen sie sich linear durch einen schwarzen Raum – ein Strom fließt. Ihre Bewegungen sind teils geordnet, manchmal chaotisch.


TOP MAGAZIN: Was ist die Aussage des Kunstwerks?
Frank Haase: „Electrons“ ist eine Hommage an das Elementare. Eine Feier des Kleinsten als Voraussetzung für das Große. Eine Lobpreisung der Komplexität und eine Aufforderung, sich auf ungewöhnliche Perspektiven einzulassen und das Faszinierende hinter dem Selbstverständlichen zu suchen.


TOP MAGAZIN: Wie wurde der Film erstellt?
Frank Haase: Mit dem Handy. „Electrons“ ist eine Aufnahme von kleinen Öffnungen in einer Jalousie im Schlafzimmer einer Ferienwohnung auf Sylt. Die Helligkeit der „Elektronen“ und die Dunkelheit des Raumes entstehen aus der Überbelichtung, die die Handy-Kamera nicht korrigieren konnte.


TOP MAGAZIN: Herr Haase, Sie machen aber noch viel mehr als nur QR-Art. Im Gegensatz zu den meisten anderen Künstlern sind Sie sehr vielfältig unterwegs. Es gibt von Ihnen auch grafische Arbeiten, Sie sind der Malerei zugetan, aber auch den Skulpturen. Bei all den Unterschieden – welcher rote Faden zieht sich durch all Ihre Arbeiten? Gibt es darüber hinaus eine tiefere Message?
Frank Haase: Der rote Faden heißt Reduktion. Ich lasse viel weg und vereinfache gerne. Bei meinen Schattenbildern werden die Motive auf schwarze Flächen reduziert, die aber durch die Vereinfachung das Wesentliche der abgebildeten Objekte besonders deutlich machen. Bei meinen Porträts male ich große Flächen der Gesichter gar nicht erst aus, lediglich Augen und Mund führe ich in fast altmeisterlicher Perfektion aus. Auch hier hilft die Vereinfachung, den Blick auf das Wichtige zu lenken. Meine Skulpturen sind ebenfalls frei von Schnörkeln, die Formen klar und deutlich. Manchmal können eine Linie oder eine Silhouette mehr aussagen als ein fein ausgemaltes Bild oder eine naturalistische Plastik.

 

Wer Ist Frank Haase?
Frank Haase studierte Industrial Design und Betriebswirtschaft. Er arbeitet als Künstler und Designer und beschäftigt sich mit Malerei, Plastik, Design und Kunst im öffentlichen Raum. Durch seine Ausbildung zum Designer und seine frühere Tätigkeit als Gesellschafter und Geschäftsführer eines Studios für Produktdesign bringt Frank Haase – neben einem großen Ideenfundus – umfassende handwerkliche Fertigkeiten und eine hohe Technologiekompetenz in seine Kunst ein. Oftmals verbinden seine Werke unterschiedliche künstlerische und technische Disziplinen und führen so zu neuartigen, innovativen Ansätzen.

 

Frank Haase
Kunst & Design
Von-Ketteler-Weg 13
D-58675 Hemer
info@frank-haase-design.de
www.frank-haase-design.de