REGIONALES

Montag, 17 Juni 2024

Highlights in Brilon

Brilon hebt sich als die waldreichste Stadt Deutschlands hervor, genießt den Status eines anerkannten Kneipp-Heilbades und beeindruckt mit atemberaubenden Naturlandschaften.

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Dort, wo das Sauerland seine höchsten Erhebungen erreicht, dehnt sich das Rothaargebirge aus. Darin eingebettet liegt Brilon, eine der ältesten Städte Westfalens und mit 229,01 Quadratkilometern Brilon flächenmäßig die zweitgrößte Stadt im Sauerland. Erstmals in einem Dokument von Kaiser Otto II. aus dem Jahr 973 erwähnt, erhielt Brilon im Jahr 1220 die Stadtrechte. Heute wird die Hansestadt, mit ihrem kommunalen Waldbesitz von 7.750 Hektar, als die waldreichste Stadt in Deutschland bezeichnet und trägt daher den Beinamen „Stadt des Waldes“. 

Daher verwundert es nicht, dass Brilons Wälder zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu bieten haben. Beispiele gefällig? In der Nähe des idyllischen Hängebergs befindet sich mit dem Waldfeenpfad ein bezaubernder Wanderweg. Der 3 km lange Pfad bietet ein einzigartiges Naturerlebnis und lädt auf neun Erlebnisstationen Groß und Klein dazu ein, die Welt des Waldes mit allen Sinnen zu erforschen.

Ein weiteres Beispiel ist der Briloner Kammweg, der auf 49 km durch atemberaubende Landschaft von Brilon über Willingen und zurück. Der mehrfach zertifizierte Weg hat seinen Anfang am Marktplatz in Brilon. Schöne Fachwerkhäuser im westfälischen Stil, das Rathaus mit seiner barocken Fassade und der gotisch-wuchtige Turm der Propsteikirche St. Petrus und Andreas bilden den Rahmen für die ersten Kilometer stadtauswärts.

Brilons tiefe Verbundenheit mit dem Wald manifestiert sich unter anderem auch darin, dass die Stadt eine eigene Waldfee besitzt. Seit 2004 fungiert die Briloner Waldfee als offizielle Botschafterin der Stadt. Ihr charmanter und sympathischer Auftritt ist zentral für die Förderung Brilons, indem sie gezielt die Aufmerksamkeit auf die breitgefächerten touristischen, kulturellen und gastronomischen Angebote der Stadt lenkt.

Brilon nimmt zudem eine herausragende Stellung als Zentrum für Kneipp-Therapien ein. Seit 2000 als Kneippkurort zertifiziert, zeichnet sich die Stadt durch einen besonders aktiven Kneipp-Verein aus. Das Angebot umfasst unter anderem Kräuterführungen, Gesundheitswanderungen und ein breites Spektrum an Kursen. Ein wesentlicher Bestandteil des Gesundheitsangebots ist der großzügige Kurpark, der 2015 umfassend modernisiert wurde und nun vielfältige Attraktionen für alle Altersgruppen bietet. 

Seit 2016 trägt Brilon offiziell den Titel eines Kneipp-Heilbades – eine Anerkennung, die durch das engagierte Wirken der Stadt und des besonders aktiven Kneipp-Vereins mit Leben erfüllt wird. Gemeinsam haben sie den Kurpark in Anlehnung an die Kneippschen Prinzipien, die die heilsame Kraft von Wasser und Bewegung betonen, sorgfältig in einen landschaftstherapeutischen Park umgewandelt.

Brilon verfügt ebenso über eine reiche historische Vergangenheit als Hansestadt. Das Rathaus am Marktplatz, das aus dem 13. Jahrhundert stammt, zählt zu den ältesten Rathäusern Deutschlands und diente während der Hansezeit als Gildehaus. Heute ist Brilon Mitglied des neuzeitlichen Hansebundes und war im Jahr 2020 Gastgeber der Internationalen Hansetage.

Im Jahr 1978 erlangte Brilon zusätzliche Bekanntheit durch die Entdeckung eines Dinosaurierfossils in einem Steinbruch im Stadtteil Nehden. Eine Nachbildung des Iguanodons kann im Museum Haus Hövener besichtigt werden. Das städtische Heimatmuseum bezog 2011 ein denkmalgeschütztes ehemaliges Unternehmerwohnhaus am Marktplatz. Doch nicht allein die Geschichte der Familie Unkraut wird im Haus Hövener greifbar. Ebenso vermittelt das Museum einen Eindruck vom Sauerland als ehemaliger blühender Industrie- und Handelsregion mit montanhistorischem Hintergrund.

Die reichhaltigen Wälder und deren historische Bedeutung für die Gegend machen die Holzverarbeitung zu einem Eckpfeiler der lokalen Wirtschaft. Ein prägnantes Beispiel hierfür ist die Egger Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG. Dieses Werk, ein Teil der österreichischen Egger-Gruppe und östlich der Kernstadt gelegen, umfasst Bereiche für Spanplatten-, Laminatproduktion und Sägewerk. Es wurde 1990 errichtet und zeichnet sich durch ein eigenständiges Kraftwerk aus, das den Betrieb energetisch unterstützt.

Die Accumulatorenwerke Hoppecke Carl Zoellner & Sohn GmbH, mit Hauptsitz in Brilon, stellt den größten privat geführten Hersteller von Industriebatterien in Europa dar. Das Unternehmen verfügt über 22 Tochtergesellschaften und zwölf Produktionsstätten, was die führende Position in der Branche unterstreicht.

Wir stellen einige der zahlreichen Highlights aus Kunst, Kultur, Gastronomie und Wirtschaft vor, die es in Brilon zu entdecken gilt.

 

Waldfeenpfad

In der Nähe des idyllischen Hängebergs an der Straße „Am Hängeberg“, entfaltet sich ein bezaubernder Wanderweg: der Briloner Waldfeenpfad. Seit seiner Errichtung im Jahr 2015 bietet dieser 3 km lange Pfad ein einzigartiges Naturerlebnis.

Auf dem Weg durch den Waldfeenpfad laden neun Erlebnisstationen Groß und Klein dazu ein, die Welt des Waldes mit allen Sinnen zu erforschen. Die Besucher können sich an Attraktionen wie Fichtenmikados, Summsteinen und Hängematten erfreuen, die ein spielerisches und zugleich lehrreiches Erlebnis in der Natur ermöglichen.

Der Pfad, ein idealer Familienwanderweg, ist nicht nur ein Ort der Entspannung und des Vergnügens, sondern auch der Bildung und Reflexion. Der Wald, der durch stürmische Zeiten gegangen ist – besonders durch die Orkane vor und nach dem Großereignis Kyrill im Jahr 2007 – zeigt auf dem Waldfeenpfad eindrucksvoll seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. 

 

Almequellen

Das Naturschutzgebiet Mühlental, geprägt von den atemberaubenden Almequellen, ist ein Juwel seltener landschaftlicher Schönheit. Gelegen am Nordhang des Briloner Massenkalks, offenbaren sich hier im Almequellteich beeindruckende 104 Karstquellen. Diese natürliche Pracht aus Quelle, Bach und der umliegenden malerischen Landschaft zieht Naturliebhaber magisch an.

Die Almequellen stehen unter Naturschutz und gehören zu den kräftigsten und reinsten Quellschüttungen, die man finden kann. Die Quellen manifestieren sich in mehr als 100 Einzelflüssen und zu den stärksten und klarsten Quellschüttungen Deutschlands.

 

Borberg Kirchhof

Der Borberg Kirchhof ist ein faszinierendes Ziel für Wanderer und Geschichtsinteressierte. Gelegen am Rothaarsteig, erreichbar von der Hiebammenhütte Brilon oder dem Waldhotel Schinkenwirt in Olsberg aus, bietet dieser Ort eine spektakuläre Aussicht auf Olsberg und die umliegende Sauerländer-Bergwelt. Die geheimnisvollen Mauerreste, Wälle, Gräber und Hügel, die man hier findet, wecken die Neugierde und Fantasie der Besucher. 

Ein weiteres Highlight für Besucher ist die Marienkapelle, auch als Friedenskapelle bekannt, die seit 1925 hoch auf einer Klippe thront. Sie dient als Mahnmal in bewegten Zeiten und ist ein besonderer Anziehungspunkt.

 

Kurpark Brilon

Der in der Helle gelegene Kurpark ist ein wahres Paradies für Erholungssuchende und Naturliebhaber. Der Park bietet eine Fülle an Möglichkeiten, die Seele baumeln zu lassen und gleichzeitig die Gesundheit zu fördern.

Der Kurpark verfügt über verschiedene Wasserbereiche, die zum Entspannen und Liegen einladen, sowie über eine Kneippanlage, gespeist aus der nahegelegenen Möhnequelle. Zudem bietet der Park einen geologischen Lehrpfad, eine Lehrstätte für Imker, einen Kräutergarten sowie die Möglichkeit, Ziegen und Enten zu füttern. Außerdem gibt es zahlreiche Freizeitaktivitäten wie Schach, Boccia, Tischtennis und Federball. Von Juni bis August werden hier auch Kurkonzerte veranstaltet.

 

Landschaftstherapeutischer Weg

Der landschaftstherapeutische Weg im Briloner Kurpark fördert die Harmonie zwischen Natur und Wohlbefinden. Dieser Weg zeichnet sich durch 13 einzigartige Stationen aus, darunter der märchenhafte Grottensteig, die Möhnequelle und der Feenkranz. Jede dieser Stationen wurde sorgfältig gestaltet, um vielfältige Stimmungen wie Klarheit, Übersicht, Offenheit, Harmonie, Verwirrung, Achtsamkeit, Einkehr, Transparenz und Erhabenheit zu verkörpern. 

Sie bieten den Besuchern nicht nur visuelle Erlebnisse, sondern auch Gelegenheiten zur inneren Reflexion und Selbstfindung. Der Weg dient als verbindendes Element zwischen dem Rothaarsteig, der Sauerland-Waldroute und dem DSV-Nordic-Aktiv-Zentrum. 

 

Briloner Waldfee

Die Briloner Waldfee ist seit dem Jahr 2004 die offizielle Repräsentantin der „Stadt des Waldes“, Brilon. Mit ihrem charmanten und sympathischen Erscheinungsbild spielt sie eine bedeutende Rolle dabei, die Aufmerksamkeit auf Brilon und seine vielfältigen touristischen, kulturellen und gastronomischen Reize zu lenken.

Als Symbol des Briloner Waldes erfüllt die Waldfee eine interaktive und informative Rolle, indem sie Anregungen und Denkanstöße bietet, um die Bedeutung dieses wichtigen Naturraums zu erfassen. Besonders wichtig ist ihre Aufgabe, Kinder für den Wald zu sensibilisieren und ihnen die Schönheit und Bedeutung dieses Naturraums näherzubringen.

 

Museum Haus Hövener

Das Museum Haus Hövener präsentiert die reiche Geschichte und Geologie der Region Brilon auf eindrucksvolle Weise.  In diesem historischen Museum können Besucher in eine faszinierende Welt eintauchen. Etwas ganz Besonderes bietet das interaktive Stadtmodell, das ein kollektives Gedächtnis aus Brilon darstellt. Hier können Besucher in die Vergangenheit der Stadt eintauchen, sich über die Geschichte der Bewohner informieren und die Entwicklung der Stadt nachvollziehen.

Einer der Höhepunkte des Museums ist außerdem die umfassende Geologie-Ausstellung im Gewölbekeller, die dem Iguanodon gewidmet ist. Dieser bis zu 6 Meter große Dinosaurier, der in der Kreidezeit im Gebiet des Sauerlandes lebte, wurde in den 1970er Jahren in Brilon-Nehden gefunden und wird durch die Ausstellung lebendig.

 

Michaelis Kirmes

Wenn das Riesenrad seine Runden zieht, rasante Fahrgeschäfte einen Nervenkitzel bieten und vielfältige, bunt gemischte Stände zum ausgiebigen Stöbern einladen, dann ist es wieder so weit: Die Kirmeszeit in Brilon hat begonnen.

Die Michaelis Kirmes ist ein jährliches Highlight in Brilon, die Ende September die Herzen von Kirmesliebhabern höherschlagen lässt. Die Kirmes zieht Gäste aus der gesamten Region an und verwandelt die Briloner Altstadt in einen bunten und lebendigen Ort.

Die feierliche Eröffnung der Kirmes findet am Freitagnachmittag statt, wobei der Bürgermeister und die Briloner Waldfee die Ehre haben, dieses Spektakel zu starten. Dies markiert den Beginn der größten Innenstadtkirmes im Hochsauerland und setzt den Ton für das kommende Wochenende.

 

Einkaufen in Brilon

In Brilon erwartet Besucher eine Einkaufswelt, die durch ihren Charme und ihre Vielfalt besticht. Hier verführen zahlreiche kleine Geschäfte und trendige Boutiquen zu einer außergewöhnlichen Entdeckungstour. Das Einkaufen in Brilon ist eine Gelegenheit, in das lokale Flair einzutauchen. 

Vom Marktplatz in Brilon aus erreicht man die bezaubernde Fußgängerzone. Diese ist mit ihren Passagen und den verwinkelten, historischen Seitengassen ein attraktives Pflaster für Shopping-Liebhaber. In unmittelbarer Nähe zum Bahnhof befinden sich die Brilon-Arkaden, ein Einkaufszentrum, das eine Vielzahl von Geschäften und Dienstleistern beherbergt. Mittwochs und samstags verwandelt sich der Marktplatz in einen bunten Wochenmarkt, der ein lebendiges und farbenfrohes Bild bietet und zum Bummeln und Verweilen einlädt.

 

Altstadt Brilon

Der individuelle Charme der Altstadt Brilon wird durch ihre reiche und gut erhaltene Baukultur früherer Jahrhunderte geprägt. Besonders das Fachwerk-Ensemble am Marktplatz, das jeden Besucher sofort in seinen Bann zieht, ist ein Highlight. Diese historische Kulisse ist umschlossen von den Überresten der alten Stadtmauern, innerhalb derer sich kleine architektonische Juwelen verbergen.

Das Rathaus aus dem Jahr 1250 mit seiner barocken Fassade zählt zu den ältesten Rathäusern Deutschlands. Ursprünglich als Gildehaus genutzt, zeugt es heute noch von Brilons einstiger Bedeutung als Hansestadt.

Für alle, die tiefer in die Geschichte der alten Hansestadt eintauchen möchten, bietet sich ein entspannter Spaziergang durch die Altstadt an. Orientierungshilfen und Erläuterungstafeln an verschiedenen Sehenswürdigkeiten ermöglichen es, sich auf eine informative und gleichzeitig entspannende Entdeckungsreise zu begeben. 

 

Gewerkenweg

Der Gewerkenweg in Brilon ist ein faszinierender Wanderweg, der Besucher auf eine Reise durch die reiche Bergbaugeschichte der Region mitnimmt. Auf einer Länge von etwa elf Kilometern, die sich von Brilon bis Olsberg erstreckt, tauchen Wanderer in die Vergangenheit des Eisenerzabbaus ein. Der Weg ist mit 21 Geostationen ausgestattet, die lebendige Eindrücke der langen Bergbautradition und der beeindruckenden Mittelgebirgslandschaft des Sauerlandes vermitteln.

Während der Wanderung stößt man auf alte Pingen – Zeichen ehemaliger Grabungsstätten – und begehbare Stollen wie den Philippstollen, der einen Einblick in das beschwerliche Leben der Bergleute bietet. Der Maxstollen, heute eine Heimat für Fledermäuse, erinnert an den einstigen Eisenerzabbau.

 

Brilon blüht auf

Brilon bietet mit einer umfangreichen Automobilbranche eine vielfältige Auswahl an Fahrzeugmarken. Jährlich öffnet die historische Kleinstadt ihre Tore für die Autoschau in der Briloner Innenstadt. Auf dem Marktplatz und in der Fußgängerzone präsentieren Markenhändler namhafter Automobilkonzerne ein umfassendes Angebot aktueller Fahrzeuge. Der nächste Autosalon ist für den 20. April 2024 geplant.

 

Zahlen & Fakten zu Brilon

Einwohner: 25.511 

Fläche: 229 km² 

Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km² 

Stadtgliederung: 17 Ortsteile

Verleihung des Stadtrechtes: Im Jahr 1220

Kneipp-Kurort: Seit 2000

Erste zweifelsfreie urkundliche Erwähnung: Im Jahr 973

Partnerstadt der Stadt Brilon: Brilon unterhält seit 1965 eine freundschaftliche Verbindung mit Hesdin in Frankreich. Im Jahr 1971 wurden ebenfalls freundschaftliche Beziehungen zu Heusden-Zolder in Belgien etabliert. Eine weitere Partnerschaft besteht seit 1980 mit der Stadt Thurso in Schottland. Im Jahr 2003 wurde außerdem ein Freundschaftsvertrag mit Buckow in Brandenburg unterzeichnet.

Bekannte Personen: Friedrich Merz (Politiker), Birgit Schrowange (TV-Moderatorin), Peter Kremer (Schauspieler), Edgar Selge (Schauspieler)