REGIONALES

Donnerstag, 23 Mai 2024

TEAMPLAYER MIT POTENZIAL

Medebach ist zwar ein so echtes wie stolzes hochsauerländisches Städtchen, kennt jedoch keine Berührungsängste, wenn „die Hessen kommen“.

image

Naturweg Kahle Pön

Sch­ließlich befin­d­et man sich in un­mit­tel­barere Nähe zum an­grenzen­den Bun­des­land – der Land­kreis Waldeck-Franken­berg ist nur ei­nen Katzen­sprung ent­fer­nt. Da­her sie­ht man sich in Mede­bach als Team­spiel­er: „Wir ar­beit­en auch gren­züber­greifend bei ver­schie­de­nen Pro­jek­ten zusam­men“, erk­lärt Frank Lin­nekugel, Wirtschafts­förder­er und Geschäfts­führ­er der Touris­tik Ge­sellschaft Mede­bach. „Wir denken re­gio­n­al, es darf kein Kirch­tur­m­denken geben. Ge­mein­sam kön­nen wir vonei­nan­der pro­f­i­tieren und die Re­gion – somit au­to­ma­tisch auch jede einzelne Kom­mune – vo­ran­brin­gen“, ist er überzeugt.

Sich ge­mein­sam im na­tio­nalen und in­ter­na­tio­nalen Wett­be­werb zu po­si­tionieren, ist das erk­lärte Ziel der 8.000 Ein­woh­n­er starken Ge­meinde. Die Ar­beit­s­losen­quote ist mit et­wa drei Prozent er­freulich ger­ing – in Mede­bach herrscht na­hezu Vollbeschäf­ti­gung. Die Ein­woh­n­erzahl ist hinge­gen seit ein­er Weile rück­läu­fig. Vor dem Hin­ter­grund des de­mo­gra­fischen Wan­dels hat die Stadt Maß­nah­men wie Aus­bil­dungs- und Stu­di­en­börsen en­twick­elt, um Ju­gendliche in der Re­gion zu hal­ten und die­jeni­gen, die bere­its auswärts studieren, zurück­zugewin­nen. „Die Ar­beit­s­plätze sind der Sch­lüs­sel für eine er­fol­greiche Zukunft unser­er Stadt und Re­gion“, ist sich Lin­nekugel sich­er.

So legt man sich nach Kräften ins Zeug, um die Rah­menbe­din­gun­gen für die Un­terneh­men vor Ort, das Touris­mus- und Di­en­stleis­tungs­gewerbe sowie die Gas­tronomie weit­er zu verbessern. Die Mede­bach­er Wirtschaft ist in ho­hem Maße von fam­i­lienge­führten, mit­tel­ständischen Un­terneh­men geprägt. „Wir sind sehr stolz auf unsere aus­geglich­ene Wirtschaftsstruk­tur, die starke Un­terneh­men in den Bereichen In­dus­trie, Touris­mus, Gas­tronomie, Han­del, Hand­w­erk und Di­en­stleis­tun­gen um­fasst“, erk­lärt Wirtschaft­förder­er Lin­nekugel. Viele Be­triebe greifen auf die Er­fahrung von mehr­eren Gen­er­a­tio­nen zurück und sind fest in der Stadt ver­wurzelt. Der Er­folg der Mede­bach­er Un­terneh­men lässt sich dabei nicht zulet­zt auf das bo­den­ständige Han­deln der Geschäft­slei­tun­gen zurück­führen. „Es gibt ei­nen kurzen Draht zur Belegschaft, Probleme wer­den ge­mein­sam und lö­sung­sori­en­tiert ange­gan­gen. Hi­er ken­nt und ver­traut man sich, der Hand­sch­lag zählt“, so Lin­nekugel.

Große Ar­beit­ge­ber sind un­ter an­derem der Alu­mini­um­fel­gen­her­steller Bor­bet, der Maschi­nen­bauer Paul Köster, die An­fotec An­trieb­stech­nolo­gie oder die Spedi­tion Brass in Ober­sch­le­dorn. Im touris­tischen Bereich sor­gen insbe­son­dere Cen­ter Parcs sowie einige führende Ho­tels für Beschäf­ti­gung. Mit über 2.000 sozialver­sicherungspflichti­gen Ar­beit­s­plätzen darf sich eine Stadt in der Größe von Mede­bach durchaus als „gut aufgestellt“ bezeich­nen. „Nichts­des­totrotz wollen wir die Zahl natür­lich noch steigern“, gibt sich Frank Lin­nekugel am­bi­tioniert.

Auch in Mede­bach hat man fest­gestellt, dass sich die An­sprüche der Touris­ten in den let­zten Jahren verän­dert haben. In dem Um­s­tand, dass die Qual­ität­san­forderun­gen der Gäste stei­gen, sie­ht man aber auch enorme Chan­cen für die Gast­ge­ber, sich durch Ser­vice und Fre­undlichkeit zu empfehlen. War der Touris­mus im Hoch­sauer­land­kreis vor weni­gen Jahren noch stark auf den Win­ter­s­port fokussiert, ist man in­zwischen breit­er aufgestellt und nutzt auch an­dere Potenziale: Im Früh­ling, Som­mer und Herbst kom­men im­mer mehr Kurzur­lau­ber zum Wan­dern, Moun­tain­biken, Fahr­rad­fahren. In der wal­dreichen Land­schaft fin­d­en sie viele gemütliche Gasthöfe und gut aus­ges­tat­tete Ho­tels.

Dass der Name Mede­bach auch über Süd­west­falen hi­naus bekan­n­ter ist als viele an­dere Städte der Re­gion liegt in er­ster Linie an Cen­ter Parcs. Der 1994 eröffnete Bun­ga­low-Fe­rien­park ist un­ter an­derem mit einem sub­tropischen Er­leb­nis­bad, einem großen Spor­tange­bot und ein­er Einkaufs- und&nb­sp; Res­tau­rant­meile aus­ges­tat­tet. „Hi­er kön­nen wir dem Be­such­er ein ganzjähriges und wet­terun­ab­hängiges Ange­bot machen“, schildert Frank Lin­nekugel.

Ganz in der Nähe des Parks ent­ste­ht zurzeit noch eine weitere At­trak­tion, mit der sich Mede­bach ein Allein­stel­lungs­merk­mal in der Re­gion schaf­fen will: Der Klet­ter­spiel­platz für Kin­der und Ju­gendliche wird mit cir­ca 160 Me­tern Länge vo­raus­sichtlich Eu­ro­pas läng­stes Spiel­gerät wer­den. Der öf­fentliche Spiel­platz soll noch in die­sem Som­mer bezie­hungsweise Herbst fertiggestellt wer­den und wird kosten­los zugänglich sein. „Welche Se­hen­swürdigkeit­en und um­lie­gen­den Dör­fer sonst noch ei­nen Be­such wert sind, hängt natür­lich stark von den In­teressen der Be­such­er ab – aber wir haben na­hezu für jede Ziel­gruppe Ange­bote in der Kern­s­tadt und in den Ort­steilen“, ist sich der Geschäfts­führ­er der Touris­tik Ge­sellschaft sich­er.

Er­st­mals urkundlich er­wäh­nt wurde Mede­bach übri­gens im Jahr 1144; 1165 wur­den die Stadtrechte bestätigt und er­weit­ert. Die mit­te­lal­ter­lichen Fern­han­del­sak­tiv­itäten führten dazu, dass sich Mede­bach dem Hanse­bund an­schloss, die of­fizielle Bezeich­nung „Hans­es­tadt Mede­bach“ gilt je­doch erst seit 2012. Viele Vereine und Or­gan­i­sa­tio­nen&nb­sp; pfle­gen diese Wurzeln bis heute, in­dem sie das The­ma in ver­schie­de­nen Ak­tiv­itäten im­mer wied­er auf­greifen und es so für die Nach­welt lebendig hal­ten.